Robert Ciuraj

Robert Ciuraj, überregional bekannter Künstler, lebt und arbeitet in Nord-Düren. Lange Jahre Lehrer an der Blindenschule, konzentriert sich der freischaffende Künstler heute auf die Schaffung von abstrakten Metallskulpturen. In seinem Atelier, einer alten Fabrikhalle in der Alten Jülicher Straße, sammeln sich Werke aus mehr als 30 Jahren aktiven Schaffens. 

Frühe Skulpturen, mannshoch, bestehend aus Rädern, Metallträgern und einer ausgeklügelten Technik, lassen auf Knopfdruck Bewegungskreisläufe entstehen. An Picasso erinnernde abstrakte Metall-Tierköpfe wechseln mit anmutigen, fragil erscheinenden, jedoch stabilen Metallgebilden ab. Letztere gleichen filigranen Zeichnungen im Raum und bringen das verfeinerte Spiel des Künstlers mit Form, Material und Raum gekonnt zum Ausdruck.

Schrott aus Eisen und Stahl bilden in ihrer ganzen Vielfältigkeit, d.h. gebrochen, vollendet geschmiedet, kantig oder rund, das Basismaterial für Robert Ciurajs Skulpturen. In vielen Skulpturen findet indessen nur Metall innerhalb einer Materialfamilie Verwendung. So besteht eine seiner Skulpturen beispielsweise nur aus Winkeleisen, eine andere aus T-Trägern. Neben der Raumwirkung und der Ausdruckskraft einzelner Metalle fasziniert Robert Ciuraj die gestalterische Verbindung von scheinbaren Widersprüchen und Gegensätzlichkeiten. Glatte Seiten stehen brutalen Bruchkanten gegenüber, scharfe Kanten werden mit runden Formen konfrontiert. Ein Spannungsbogen entsteht. Und dennoch gelingt Robert Ciuraj die Einbindung in eine harmonische Gesamtkomposition, so dass sich dem Betrachter schließlich eine abstrakte, aber in sich stimmige, ausgewogene Gestalt präsentiert. 

„Für mich geht es um Form insgesamt. Meine Skulpturen bieten keine Abbildung, sie laden ein zu individuellen Assoziationen. Sie sind optisch und haptisch erfahrbar und überraschen auf jeder Seite mit neuen Perspektiven“, erläutert der Künstler seine Werke und fordert auf: „Schau sie Dir an, und mach Dir ein eigenes Bild.“ 

Die Ciuraj‘schen Kompositionen basieren auf Suchen, Finden und Zufall. Die jeweilige Situation, Stimmung, aber auch Erfahrungen des Künstlers fließen in die Gestaltung mit ein. Manchmal gestaltet sich der Entstehungsprozess spontan, bisweilen zieht er sich aber auch über einen längeren Zeitraum. Die langjährige künstlerische Aktivität parallel zur beruflichen Tätigkeit wäre ohne die Toleranz und Unterstützung durch seine Familie jedoch kaum möglich gewesen, erzählt Robert Ciuraj. 

Einmal jährlich stellt Robert Ciuraj unter dem Titel „Be my Guest“ gemeinsam mit Gastkünstlern in seinem Atelier in der Alten Jülicher Straße aus. Auch erfolgen regelmäßig Ausstellungen im überregionalen Raum, z.B. Anfang des Jahres im Künstlerforum „Schau-Fenster“ in Erftstadt. Schließlich gilt es, die eigene Kunst neben Stammkunden auch immer wieder einem neuen Publikum zugänglich zu machen.

Aus: Stadtteilzeitung Nr. 13, März 2011 – Text: Annika Hoffmann